Myofasziales Syndrom

Myofaszial als medizinischer Fachausdruck leitet sich her vom griechischen mys, Muskel (Maus), und dem lateinischen fascia, Band, Binde, Bandage. Fascial benennt also das, was als vom Bindegewebe ausgehend verstanden wird.

Schmerzen und Bewegungsstörungen, welche von Muskeln und Bindegewebe ausgehen, sind sehr häufig.

Wenn Therapeuten und Ärzte diese Zusammenhänge erkennen, diagnostizieren sie ein Myofasziales Syndrom. Eine Zusammenstellung von repräsentativen Fallgeschichten zum Myofaszialen Syndrom finden Sie in unserer Rubrik „Der interessante medizinische Fall“.

Warum werden myofaszial bedingte Beschwerden selten diagnostiziert und gezielt behandelt?

Myofasziale Schmerzen werden oft nicht nur am Entstehungsort, sondern weit entfernt in anderen Körperregionen empfunden. Das Phänomen wird als Übertragungsschmerz (engl. „referred pain“) beschrieben und dürfte einer der Gründe sein, warum myofaszial bedingte Beschwerden so wenig beachtet werden, da man gar nicht gezielt nach ihnen sucht. Ein weiterer wichtiger Grund, warum das Myofasziale Syndrom selten diagnostiziert wird, ist der bisher fehlende Nachweis in der bildgebenden (Sonographie, Röntgen, MRT, CT, …) und laborchemischen Diagnostik. Das Myofasziale Syndrom kann jedoch durch erfahrene und nach dem IMTT Standard ausgebildete Ärzte und Therapeuten zuverlässig in der körperlichen Untersuchung definiert und damit sicher diagnostiziert werden.

Die US-amerikanischen Ärzte Dr. Janet Travell und Prof. Dr. David Simons hatten seit den 40er Jahren des 20ten Jahrhunderts die Muskulatur ins Zentrum ihres medizinischen Interesses gestellt. Sie definierten und prägten den Begriff der „Myofaszialen Triggerpunkte“.

Myofasziale Triggerpunkte entstehen in Muskeln und Bindegewebe, um den Körper vor einer akuten oder chronischen Über- oder Fehlbelastung zu schützen. Sie können primär für das Beschwerdebild des Patienten oder auch sekundär bei anderen Erkrankungen (Arthrosen, Verschleißerkrankungen, anatomischen Fehlstellungen, …) an den Beschwerden beteiligt sein. Myofasziale Triggerpunkte können anhand ihrer klar definierten Eigenschaften von Ärzten und Therapeuten sicher diagnostiziert und ertastet werden. Hierdurch werden bei der Manipulation des Untersuchers nicht selten genau die bekannten Beschwerden und Schmerzen der betroffenen Patienten ausgelöst.

Die Summe aller durch Myofasziale Triggerpunkte ausgelösten Beschwerden wird als Myofasziales Syndrom bezeichnet.

Nach gezielter Diagnostik und Identifikation der Myofazialen Triggerpunkte ist eine spezifische Therapie des Myofaszialen Syndroms möglich. Diese verläuft auch bei chronischen Beschwerden häufig noch erfolgreich (siehe „Der interessante medizinische Fall“).

Für weitere INFOs stehen in der Rubrik „Download“  Flyer zum Herunterladen für Sie bereit.